Um Ihnen einen Eindruck von der Wirkung der einzelnen Therapien (Klassische Homöopathie, Doolitteln und Metamorphosis) beim Tier zu vermitteln, habe ich hier beispielhaft einige Fälle zusammengestellt. Die Namen der Tiere und Besitzer sind zum Teil geändert worden.
1. Dackel
mit Lähmung der Hinterbeine
Ein 4-jähriger
Dackel wurde vorgestellt mit einer kompletten Lähmung der Hinterbeine.
Vorgeschichte:
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Vor 4 Wochen war der Besitzer im dunklen Flur über den Hund gestolpert. Der Hund hatte kurz aufgequietscht, sich ansonsten aber unauffällig verhalten. Am nächsten Tag hinkte er hinten links etwas. Das Hinken verschlimmerte sich in den nächsten 2-3 Tagen bis er beim Gehen hinten wegknickte und er einem Tierarzt vorgestellt wurde. |
Dieser verabreichte eine Injektion, worauf die Symptome auch
auf das rechte Hinterbein übergingen. Der Hund lief jetzt hinten völlig
unkoordiniert. Ein zweiter Tierarzt wurde aufgesucht, stellte bei einer Röntgenaufnahme
eine Verkalkung der Wirbelsäule fest und gab eine Cortison-Injektion. Diese
bewirkte eine weitere drastische Verschlimmerung und ab da lag eine komplette Lähmung
der Hinterbeine vor. Der Tierarzt schlug die Fortsetzung der Cortison-Behandlung
über mindestens 6 Wochen vor.
An diesem Punkt wandten sich die Hundebesitzer an mich. Ich verordnete Sulfur C 200 einmalig zur Aufhebung der durch die Cortisongabe entstandenen Kunstkrankheit. Nach 2 Wochen konnte der Hund wieder stehen, stellte die Hinterbeine aber teilweise über kreuz. Er war in dem Zustand wie vor der Cortison-Gabe. Dann verordnete ich Arnica C 200 einmalig wegen der ursprünglichen Ursache „Verletzung“.
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Nach weiteren 2 Wochen rief die Besitzerin des Hundes an: Er
laufe wieder ganz normal als ob nichts geschehen sei. Der Dackel wird in diesem Jahr (2004) gesunde 15 Jahre alt.
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2.
Schlundverstopfung bei einer alten Stute
Eine
Verstopfung der Speiseröhre (Schlund) beim Pferd kann durch Schlucken zu großer
Brocken (ganzer Apfel, großes Rübenstück) oder zu hastiges Fressen von
Kraftfutter mit mangelnder Einspeichelung entstehen, was im folgenden Fall die
Ursache war.
Meine
damals 24-jährige Warmblutstute Sariye hatte eine starke Schlundverstopfung.
Durch krampfhafte Würgebewegungen versuchte sie sich, von dem in ihrer Speiseröhre
feststeckenden Futterkloß vergeblich zu befreien. Da der in solchen Situationen
in großer Menge produzierte Speichel nicht in den Magen gelangen konnte, lief
er in Strömen aus der Nase. Die Stute hatte große Schmerzen. Eine
herbeigerufene Tierärztin versuchte unter Sedierung mit einer
Nasen-Schlund-Sonde den Futterbrocken weiterzuschieben. Dazu muß der
Sondenschlauch immer wieder hereingeschoben und herausgezogen werden. Aus
anatomischen Gründen ist es nicht ganz leicht, von der Nase aus in die unten
liegende Speiseröhre zu kommen und nicht in die oben liegende Luftröhre.
Leider klappte es in diesem Fall nicht immer, so daß an der Sonde klebende
Futterreste in die Luftröhre geschoben wurden (zu den Folgen später mehr).
Trotz dreimaliger Versuche über jeweils 30 Minuten im Laufe eines Tages gelang
es der Tierärztin nicht, der Stute zu helfen.
In Fällen,
in denen Lebensgefahr für das eigene Tier oder ein menschliches
Familienmitglied besteht, ist es für den Homöopathen oft schwer aus der Rolle
des mitfühlenden, sich sorgenden Angehörigen in die Rolle des ruhig und klar
beobachtenden und handelnden Behandlers zu gehen. Deshalb hatte ich in diesem
Fall, zumal ich auch noch nie zuvor eine
Schlundverstopfung behandelt hatte, noch keine Anstalten gemacht, die Behandlung
selbst zu übernehmen.
Nach 26
Stunden ohne Besserung und weiterer ständiger Würgeversuche war die Stute sehr
erschöpft. Ein Pferdepfleger der Berliner Tierklinik, kam „zufällig“ an
diesem Morgen zu Besuch in den Stall. Er fragte, wie lange das denn schon ginge
und erklärte dann, nach über 24 Stunden würde das nach seiner Erfahrung
sowieso nichts mehr werden und ich solle das Tier doch töten lassen.
Ihm sei an
dieser Stelle für seine rüden Worte gedankt, denn sie bewirkten, daß ich mich
endlich aufraffte und über eine homöopathische Behandlung nachdachte. Ich gab
Sariye Ignatia C 200 einmalig. Ich konnte unter meiner Hand fühlen, wie sich
der Futterbrocken bewegte. Nach 15 Minuten ging sie zum Wasser und trank und
nach weiteren 10 Minuten fing sie an, Heu zu fressen. Zur Nachbehandlung der
Quetschung und Überdehnung der Speiseröhre bekam sie noch Arnica C 200
einmalig und dann war für die nächsten zwei Wochen alles in schönster
Ordnung.
Ich hatte
oben bereits erwähnt, daß bei den Versuchen, die Schlundverstopfung mit Hilfe
einer Nasenschlundsonde zu beheben, Futterstücke in die Luftröhre gekommen
waren. Diese wurden eingeatmet und gelangten in die Lunge. Nach zwei Wochen
verursachten sie eine sogenannte Aspirationspneumonie, also eine Lungenentzündung
durch eingeatmete Fremdkörper. Sariye bekam nur noch schwer Luft und atmete übelst
eitrig stinkende Atemluft aus beiden Nüstern aus. Vier, zu diesem Zustand
befragte Tierärzte gaben der Stute nicht die geringste Überlebenschance und
drangen auf Einschläferung.
Aber ich
hatte meine Lektion gelernt. Die Stute bekam Lycopodium C 200 einmalig und viel
Liebe, langsame Bewegung in frischer Luft und Unterstützung durch Behandlungen
mit Authentischem Reiki. Nach 6 schweren Wochen hatte sie die Lungenentzündung
überwunden. Es blieben keine Einschränkungen zurück.
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Sariye ist
im März 2003 einen Monat vor ihrem 30sten Geburtstag sanft in meinen
Armen gestorben. |
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3.
Gelungene Zusammenarbeit von Schulmedizin und Homöopathie bei einer
verschleppten Gebärmutterentzündung einer Hündin
Ich wurde
zu einer 8-jährigen Schäferhund-Mischlings-Hündin gerufen. Nach einer
Fehlbedeckung hatte sie ca. 4 Wochen zuvor 3 Abtreibungs-Spritzen bekommen.
Danach hatte sie die ganze Zeit eine starke dunkle Blutung mit Abgang von
Schleimhautfetzen. Seit 2 Tagen war der Ausfluß schwallartig, rötlich-braun
und übelriechend geworden. Der Appetit war schon seit einer Weile sehr
schlecht, die Hündin hatte deutlich abgenommen. Der Durst war mäßig erhöht.
Sie hatte Bauchschmerzen, hechelte und war sehr schwach. Der Tierarzt wollte eigentlich dringend operieren aber der Allgemeinzustand
war zu schlecht.
Die Hündin
bekam von mir:
| 1. Tag |
Sulfur C 30 1x gegen Morgen |
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China C 200 1x |
| 4. Tag | Sepia C 200 1x |
Bei einem
erneuten Besuch am 5. Tag stellte ich folgende Veränderungen fest: Die Augen
waren weniger tief eingesunken, die Hündin hatte etwas gefressen, die Schwäche
war besser als in den letzten Tagen, der Ausfluß weniger, dicker und weißlich-rötlich.
Der
Tierarzt hielt eine Operation nunmehr für möglich und entfernte eine bläulich
verfärbte, an einigen Stellen abgestorbene Gebärmutter. Da die Hündin eine
Antibiotika-Therapie jetzt nicht vertragen hätte, wurde die OP-Nachbehandlung
homöopathisch vorgenommen mit :
| Nux-vomica C 30 |
(Ausleitung der Narkose) |
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(Wundheilung und Abschwellung) |
| Calendula C 200 | (Desinfektion, Förderung der schnellen Heilung, Infektionsvorbeugung) |
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Staphysagria C 200 |
(bessere Heilung der Schnitte,
geringe Narbenwulstbildung) |

Die Hündin
erholte sich prächtig und wurde im April 2004 14 Jahre alt.
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1.
Ausgefallene Nahrungswünsche eines Kaninchens
Mucki
ist
ein 4-jähriges Kaninchen mit einer besonders Geschichte. Durch eine unheilbare
Rückenverletzung hat er eine Lähmung der Blase und Hinterbeine. Was aber seine
Persönlichkeit angeht, ist er alles andere als gelähmt. Er ist selbstbewusster
Mittelpunkt einer Familie, bestehend aus einem Ehepaar, einem großen Hund und
einer Katze und eben Mucki. Er weiß immer seine Wünsche und Forderungen
durchzusetzen und wird wirklich aufopfernd und liebevoll betreut. Von Zeit zu
Zeit wünscht Mucki eine Umstellung seiner Nahrung, was er durch demonstative
Einstellung aller Fressaktivität und vorwurfsvoll anklagende Blicke anzeigt.
Dann gibt es einen kurzen Telefonanruf und eine Nachfrage mit Doolitteln.
Einmal
wollte der Herr „diese gelben Kugeln“. Nach einiger Raterei, denn er macht
es uns seiner Natur gemäß nicht immer leicht, stellte sich Kolbenmais als
richtig heraus. Im Winter nimmt er auch – zur Not – Dosenmais, aber nur von
Bonduelle.
Ein anderes
Mal wollte er braune Kugeln – Rosinen, aber nicht etwa so, wie man sie kaufen
kann, sondern nach 12 Stunden in Wasser eingelegt schön prall und saftig.
Beim
letzten Mal bekam ich von ihm die Information, er möchte jetzt mal Brei
versuchen. Die Besitzerin fragte konsterniert, woher er die Idee jetzt wieder
habe, bis ich sie erinnerte, daß sie sich bei ihrer Arbeit in der Tagesgroßpflege
sicher jeden Tag genügend oft mit Brei beschäftigt und er diese Idee
aufgefangen haben muß. Also bekommt Mucki jetzt Brei. Milchbrei schmeckt am
besten, Früchtebrei geht so.
Kleiner
Hinweis an andere Kaninchenbesitzer: Brei ist eigentlich keine geeignete
Kaninchennahrung, da sie dabei nicht kauen und Milch auch nicht so toll ist. In
diesem Fall haben wir es aber mit einer so ausgeprägten Persönlichkeit zu tun,
daß Mucki wahrscheinlich lieber verhungern als nachgeben würde.
Einmal äußerte
Herr Mucki den Wunsch nach Haferkeksen. Eine gerade vorhandene Dose von
schwedischen Haferkeksen wurde geöffnet und er riß die Kekse förmlich aus der
Hand. Als die Dose nach ein paar Wochen leer war, wurden andere Haferkekse
nachgekauft und – stießen auf empörte Ablehnung. Nun fährt Mutti also alle
paar Wochen viele Kilometer weit zu einem schwedischen Möbelhaus und kauft neue
Haferkekse für Mucki.
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2. Eine
Katze will mit in Urlaub
Eine um ihr
Tier sehr bemühte Katzenbesitzerin bestellte mich zu sich um die Katze zu
fragen, ob sie irgendetwas zur Besserung ihres Lebens benötige, irgendeinen
Wunsch oder etwas mitzuteilen habe. Vorher erzählte mir die Frau, daß die
Katze große Angst vor der Transportbox habe und wohl auch sonst sehr ängstlich
sei, da sie noch nicht einmal auf den kleinen Balkon mit Blick zum Innenhof
gehen würde.
Beim Doolitteln teilte die Katze mit, sie sei im allgemeinen mit ihrem Leben und ihrer Besitzerin vollauf zufrieden. Allerdings würde sie in Zukunft gern mit in Urlaub fahren. Dabei übertrug sie mir das Bild eines großen, grünen Wohnmobils. Ich war mehr als skeptisch und überlegte sogar kurz, ob ich das der Besitzerin überhaupt sagen sollte, entschied mich aber dafür. Die Besitzerin konnte das, wie ich, nicht glauben, räumte aber ein, daß sie sich vor kurzem genau dieses Wohnmobil gekauft habe und damit eine Reise plane. Was war aber mit der Angst vor Transportbox und Balkon? Ich fragte bei der Katze nach.
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Sie entgegnete: „Frag sie doch mal, wohin sie mich bringt, wenn ich in den Korb soll. Und im übrigen, der Balkon ist klein, der Ausblick schlecht, was soll ich dort?“ Seither fährt die Katze mit in Urlaub und betritt allein den Katzenkorb... ...außer wenn es zum Impfen geht. |
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3.
Eine Katze hat sich nach dem Umzug in der neuen Umgebung verirrt
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Nach einem Umzug von Brandenburg ins Ausland wollte Marie, so wie ihre anderen 5 Mitkatzen, den neuen Garten und die nähere Umgebung erkunden. Leider kam sie aber nicht zurück. Der Besitzer rief bei mir an und bat mich, mit Marie Kontakt aufzunehmen und sie zu suchen. Der Kontakt kam auch schnell zustande und Marie übertrug Bilder von einem langgezogenen Wohngebäude, 2- oder 3-stöckig. Ihr besorgter Besitzer fuhr mit dem Fahrrad die ganze Gegend ab und suchte Marie, fand sie aber nicht. |
Aber er fotografierte alle Häuser, die Ähnlichkeit mit meiner Beschreibung hatten und schickte mir die Fotos. Beim Durchsehen erkannte ich einen Gebäudekomplex genau. Der Besitzer fuhr dorthin und fand Marie, etwas hungrig aber ansonsten unbeschädigt und konnte sie mit nach Hause nehmen.
Ich freue
mich sehr für Marie und ihre Menschen, aber es ist mir wichtig, an dieser
Stelle darauf hinzuweisen, dass nicht alle Fälle dieser Art so gut ausgehen,
zumal auch nicht immer ein Kontakt zustande kommt. Und manchmal, wenn das Tier
gestorben ist, bekommt man nur noch mit der Seele Kontakt.
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1. Eine
total verstörte Katze faßt Vertrauen
Die
Vorgeschichte der einjährigen Shirley ist tragisch. Als
Katzenbaby viel zu früh von ihrer Mutter getrennt, war sie in ihrem
ersten Lebensjahr bei zwei Besitzern und 2x im Tierheim. Ihr letzter Besitzer
meinte die scheue Katze zahm zwingen zu können, indem er sie in eine Ecke
trieb, sie sich griff und mit einer Hand festhielt während er versuchte, sie
mit der anderen zu streicheln. Irgendwann griff die eigentlich sehr sanfte
Shirley dann an und kam so ins Tierheim. Vor einem halben Jahr holte ihre
jetzige Besitzerin Catie sie dort heraus. Da sie aber mit den Verhaltensauffälligkeiten
allein nicht weiter kam, hatte sie bei mir angerufen.
Das
Verhalten beim ersten Termin:
Shirley läuft
mit eingeknickten Beinen und unter den Bauch gezogenem Schwanz hektisch durch
die Wohnung. Dabei folgt sie einer sich immer wiederholenden Route. Ihr Kopf und
ihre Augen zucken nervös hin und her und bei der kleinsten Bewegung, dem
leisesten Geräusch in ihre Umgebung huscht sie unters Bett um aber bald danach
ihre Wanderung wieder aufzunehmen. Dieses hospitalistische Umhertigern geht oft
über Stunden. Sie lässt sich überhaupt nicht berühren und flieht, wenn man
sich auf weniger als einen Meter nähert. Mit ihrer Mitkatze versteht sie sich
gut und spielt auch mit ihr.
Shirley
bekommt eine Metamorphosis-Behandlung. (Kurze Erklärung: Bei Tieren, die eine
Berührung des Rückens nicht zulassen würden, kann man die Behandlung auch
mental mit gleicher Wirksamkeit übertragen, ähnlich wie beim Fern-Reiki.)
Der zweite
Besuch nach 2 Monaten:
Shirley hat
noch große Angst vor Händen, lässt sich aber von Catie vorsichtig mit dem Ärmel
berühren. Ihre Wanderungen hat sie völlig eingestellt, ist aber noch extrem
schreckhaft und ihre Ohren zucken ständig. Auch der gehetzte Blick ist noch da.
Der dritte
Besuch nach weiteren zwei Monaten:
Shirley
schläft jetzt nachts mit Abstand mit im Bett und lässt sich in ruhigen
Momenten von Catie mit der Hand streicheln. Sie ist auch etwas aufgeschlossener
zu Fremden. Die Hektik und Schreckhaftigkeit ist unverändert.
Der vierte
Besuch drei Monate später:
Eigentlich
ist Catie mit den Fortschritten ihrer Katze schon ziemlich zufrieden. Sie
kann Shirley anfassen und streicheln, nachts kommt die Katze kuscheln und eine
Freundin hat ihr auch schon kurz über den Rücken streicheln können. Nervosität
und Schreckhaftigkeit sind besser, aber nicht weg.
Ich beginne
die vierte Metamorphosis-Behandlung, wie immer mental, als Shirley von dem Platz
auf dem sie liegt aufsteht und zwischen Catie und mir auf das Sofa springt, sich
einladend hinlegt und mir signalisiert, dass ich die weitere Behandlung direkt
an ihrem Rücken durchführen kann. Ich kann es kaum glauben, folge aber
vorsichtig ihrem Wunsch und gebe die zweite Hälfte der Metamorphosis-Behandlung
direkt an ihrer Wirbelsäule. Sofort danach steht Shirley auf, reckt sich und
klettert zum ersten Mal auf Catie´s Schoß, rollt sich ein und schläft leise
schnurrend ein. Sowohl Catie als auch ich sind spachlos und von dieser
Entwicklung tief berührt. Ich bleibe noch über eine Stunde auf dem Sofa sitzen
und unterhalte mich flüsternd mit Catie um den Zauber nicht zu brechen. Dann
steht Shirley auf, springt auf den Tisch und putzt sich.

Seither
sind sowohl die extreme Schreckhaftigkeit als auch die Nervosität und das
Ohrenzucken völlig verschwunden. Shirley begrüßt Besucher an der Tür und
schenkt ausgesuchten Menschen die Erlaubnis, sie anzufassen und zu streicheln.
Catie kann sie sogar auf den Arm nehmen und herumtragen.
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2. Asdikas
Entwicklung
Im Oktober 1994 kam meine Vollblutaraberstute Asdika 1½-jährig zu mir. Wie sich später erst herausstellte, hatte sie durch eine Tetanus-Impfung einen Impfschaden davongetragen und zeigte dadurch u.a. ein deutlich autistisches Verhalten.
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Sie kam weder mit den geringsten Veränderungen in ihrer Umgebung noch mit der Annäherung von Menschen klar und reagierte deutlich aggressiv mit angelegten Ohren, angedrohtem Beißen und teils gezieltem Auskeilen. Schon nach wenigen Tagen
hatte sie mehrere Menschen getreten und dabei zum Glück nur geringfügige, aber
nichtsdestoweniger schmerzhafte Prellungen verursacht. Wie jeder weiß, ist nichts so schnell ruiniert wie der gute Ruf. Die Berichte von ihrer Gefährlichkeit machten die Runde, und bald wollte sich ihr fast niemand mehr nähern. |
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Schon nach
drei Metamorphosis-Behandlungen innerhalb von vier Monaten besserte sich ihr
Verhalten in Bezug auf die Aggressivität deutlich.
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Eines aber
war noch viel bemerkenswerter, und hier zeigt sich eine besondere Wirkung der Metamorphosis: Nicht nur
das Verhaltensmuster der behandelten Stute änderte sich, sondern auch die
Einstellung und das Denken der Menschen über sie veränderte sich genauso mühelos.
Fast alle Menschen, die sie vorher verurteilt und gemieden hatten, starteten nun
von sich aus neue vorsichtige Kontaktaufnahmen. Sie berichteten mir glücklich,
Asdika habe ihnen eine Möhren abgenommen oder sich kurz am Hals berühren
lassen oder sei ohne Zähneblecken zur Seite getreten. Außerdem sei sie doch
eigentlich ganz niedlich und gar nicht so garstig, wie man anfangs gedacht habe. |
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Das
autistische Verhalten konnte Metamorphosis in diesem Fall nicht heilen, seine
Auswirkungen aber so abmildern, dass ein Weiterleben und eine Weiterentwicklung
von Asdika möglich war.
Inzwischen
ist sie über 10 Jahre und hat sich zu einem fast normalen, liebenswerten Pferd
entwickelt. Jetzt sind wir sogar „schon“ so weit, mit dem Einreiten
beginnen zu können.
